Klingender Würfel Sie waren schon ein paar Mal in Leipzig, aber dieses Mal wird dennoch alles anders. Was wir schon wissen: Nein, es handelt sich bei den jungen Männern des Berliner Laptoporchesters nicht um blassgesichtige Computer-Nerds. Was wir erst jetzt erfahren: wie der Universal Cube klingt, der zurzeit in Halle 14 der Baumwollspinnerei aufgebaut ist. Aber ja, es steht eine Uraufführung an. Marek Brandt, Meisterschüler in konzeptioneller Medienkunst bei HGB-Professor Joachim Blank, hat das Stück play:pause speziell für den Kubus komponiert. Das Ensemble spaltet sich in mehrere Teile. Die Musiker bespielen verschiedene der White Cubes – der Satelliten des universellen Würfels. Für die Zuschauer bedeutet das, dass sie ihre gemütliche Passivität verlieren, zumindest ein bisschen. Sie müssen entscheiden, von wo aus sie dem elektronischen, minimalistischen Konzert lauschen wollen. Eine Lichtkomposition aus Neonlampen und Live-Videoeinspielungen erhöht die Zahl der Reize sogar noch. Als zweites Stück erklingt Terry Rileys Komposition In C. Es heißt, dass mit der Uraufführung 1964 die Ära der Minimal Music begann. Die Partitur enthält lediglich 53 Muster – in welchem Zeitraum sie gespielt werden, lässt Riley offen. Nur einen groben Rahmen gibt er vor: zwischen 15 Minuten und sieben Stunden. Aber keine Angst, das Konzert soll schon noch heute enden. Mwö, Leipziger Volkszeitung, 16./17. Juni 2007 |
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